Tipps und Hinweise

Machen Sie bei der Auswahl des Kfz-Sachverständigen keinen Fehler. Beachten Sie einige Tipps und Hinweise, bevor Ihnen Nachteile entstehen. Bei uns sind Sie richtig.

Der Sachverständige ist eine natürliche Person, dem über eine gewisse Norm hinaus auf einem bestimmten Fachgebiet sein überdurchschnittliches Wissen zugesprochen wird. Er kann Zielsetzungen formulieren, Probleme analysieren und Maßnahmen für die Bewältigung vorschlagen. Zwischen den Bezeichnungen "Kfz-Sachverständiger" und "Kfz-Gutachter" besteht grundsätzlich kein Unterschied.

  • Schadensfeststellung nach einem Verkehrsunfall
  • Gutachtenerstellung
  • Fahrzeugbewertungen (Wertgutachten über Fahrzeuge)
  • Beweissicherung
  • Unfallrekonstruktion

Haftpflichtfall: Beim unverschuldeten Unfall trägt laut Rechtssprechung des BGH (Bundesgerichtshof) grundsätzlich der Unfallverursacher bzw. dessen Versicherung die anfallenden Kosten des Kfz-Sachverständigen. Vorsicht! Bei einer Schadenhöhe die sich für den Laien ersichtlich unter 750 € (Bagatellschäden) befindet, ist die Versicherung nicht verpflichtet, die Kosten eines Gutachtens zu erstatten. In solchen Fällen reicht ein Kostenvoranschlag von Ihrem Kfz-Sachverständigen oder einer Reparaturwerkstatt Ihres Vertrauens vollkommen zur Schadensregulierung bei der Versicherung aus.

Kaskofall: Im Kaskofall ist die Versicherung „weisungsberechtigt", das bedeutet, die Versicherung ist berechtigt, ihren eigenen Sachverständigen zu beauftragen. Die Kosten der Erstellung des Gutachtens trägt in der Regel die Versicherung. Sind Sie mit der Schadensfeststellung nicht einverstanden, hat der Versicherte die Möglichkeit, ein so genanntes „Sachverständigenverfahren" einzuleiten. Bei diesen Verfahren beauftragt jede Partei einen Sachverständigen Ihres Vertrauens. Aber Achtung, eine Gesetzesänderung in Form einer Erweitung des Katalogs der "Klauselverbote" in § 309 BGB um eine Nummer 14 führt dazu, dass das damals notwendige Sachverständigenverfahren nicht mehr zwingend, sonder lediglich freiwillig durchgeführt werden kann.

Die Kosten für das Sachverständigenverfahren trägt zunächst jede Partei selbst und die Übernahme der Kosten wird bei Beendigung des Verfahrens durch den Obmann festgelegt.

Wertgutachten: Die Kosten für die Erstellung eines Wertgutachtens werden in der Regel nach Aufwand berechnet. Die Erstattung der Kosten trägt der Auftraggeber.

Seriöse Kfz-Sachverständige erkennt man daran, dass der Kfz-Sachverständige ein Kfz-Meister, staatlich geprüfter Kfz-Techniker oder Ingenieur ist und zudem noch eine Ausbildung zum geprüften Kfz-Sachverständigen absolvierte.

Oftmals macht die gegnerische Versicherung das Angebot einen versicherungseigenen Sachverständigen zu stellen. Auf dieses Angebot brauchen Sie sich nicht einzulassen. Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass wenn Sie einen Sachverständigen von der gegnerischen Versicherung in Anspruch nehmen, derjenige die Schadenshöhe ermittelt, der auch für den entstandenen Schaden aufkommt. Ob das so gut ist? Da der Geschädigte seinen Schaden beweisen muss, ist es ratsam einen "unabhängigen, freien Kfz-Sachverständigen (Kfz-Gutachter)" Ihres Vertrauens zu beauftragen, damit auch die Wertminderung neben den Fahrzeugschaden richtig ermittelt wird.

Der Geschädigte, der nur einen einfachen Kostenvoranschlag einer Reparaturfirma eingeholt hat, kann damit schlechte Erfahrung machen. Der Kostenvoranschlag hat keine „beweissichernde" Funktion, außerdem sind die Kosten neben den Fahrzeugschaden (zb. eventuelle Wertminderung) meist falsch oder gar nicht berücksichtigt.

Fachbegriffe kurz erklärt

Eine kurze Erklärung zum besseren Verständnis der Fachbegriffe im Gutachten

Ein Unfall bedeutet, ein plötzlich mit mechanischer Gewalt von außen her einwirkendes Ereignis.

Bagatellschäden sind Fahrzeugschaden bis ca.750,00 €. Ist für einen Laien ersichtlich ist, dass der Fahrzeugschaden unterhalb der Grenze von 750,00 € liegt, reicht ein Kostenvoranschlag von Ihren Kfz-Sachverständiger oder einer Reparaturwerkstatt ihres Vertrauens zur Schadensregulierung bei den Versicherer vollkommen aus. Die Versicherer brauchen bei Bagatellschäden die Kosten eines Gutachtens nach der Rechtssprechung des BGH (Bundesgerichtshof) nicht zu erstatten.

Fiktive Abrechnung bedeutet, dass sich der Anspruchsteller seine Schadensersatzansprüche von den Versicherer durch einen Geldbetrag auszahlen lässt. Die kalkulierten Reparaturkosten werden vom Versicherer zunächst ohne gesetzliche Mehrwertsteuer reguliert. Ohne eine Reparaturrechnung vorzulegen!

Der Wiederbeschaffungswert ist der Preis, der für ein vergleichbares Fahrzeug (Art und Güte) am Tag des Schadens unter Berücksichtigung sämtlicher wertbeeinflussenden Faktoren und der örtlichen Marktlage an einen seriösen Händler zu zahlen wäre.

Der Verkehrswert wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Objekts bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Dabei sind alle Umstände die den Preis beeinflussen zu berücksichtigen, ungewöhnliche und persönliche Verhältnisse sind außer Betracht zu lassen. Der Verkehrswert entspricht den gemeinen Wert §9 Abs.2 BewG (Bewertungsgesetz).

Der Neuwert umfasst die Kosten, zu dem einen Objekt am Bewertungsstichtag im neuen und untadeligen Zustand zu beschaffen wäre.

Der Restwert ist der anzurechnende Wert auf das total beschädigte Fahrzeug. Die Versicherer zahlen im Schadensfall bei fiktiver Abrechnung die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert (netto) und Restwert als Geldbetrag aus. Das bedeutet, je höher der Restwert, desto niedriger ist der von der Versicherung zu zahlende Geldbetrag. Auf die Höhe des Restwerts hat der Sachverständige keinen Einfluss, da verschiedene Angebote von örtlichen Restwertkäufer für das beschädigte Fahrzeug eingeholt werden.

Altschäden sind alle unreparierten Schäden am Fahrzeug. Unter Vorschäden versteht man instand gesetzte Fahrzeugschäden. Alt und Vorschäden nehmen in der Regel im Gutachten Einfluss beim Wiederbeschaffungswert, Restwert, Wertminderung, Wertverbesserung und in der Kalkulation. Einige Kfz-Gutachter benutzen für Altschäden den Begriff "unreparierte Vorschäden" und für Vorschäden "reparierte Vorschäden".

Eine Wertminderung wird im Regelfall meist im Haftpflichtfall erstattet. Bei Personenkraftwagen wird eine Wertminderung bis ca. 72 Monaten nach Erstzulassung des Fahrzeugs und eine Gesamtlaufleistung von ungefähr 100.000 km berücksichtigt. Die Höhe der Wertminderung wird vom Sachverständigen festgelegt, dabei wird zwischen zwei Arten von Wertminderung unterschieden.

Die merkantile Wertminderung (kaufmännische Wertminderung) ist das subjektive Empfinden eines potenziellen Käufers eine minderwertige Ware zu erwerben. Ein Fahrzeug mit instand gesetzten Unfallschaden erzielt bei der Veräußerung in der Regel weniger Erlös als ein gleichwertiges unfallfreies Fahrzeug.

Die technische Wertminderung kommt zum tragen, wenn nach sach- und fachgerechte Instandsetzung ein oder mehrere Mängel im Bereich der Gebrauchsfähigkeit, Betriebssicherheit, Lebensdauer oder äußeres Aussehen verbleiben und sich lt. Hersteller nicht mehr beseitigen lassen. Im Kaskofall ist eine technische Wertminderung zulässig.

Unter Vorteilsausgleich versteht man eine mit dem Schadensausgleich zwangsläufig verbundene Besserstellung des Anspruchstellers. Im Haftpflichtfall ist der Vorteilsausgleich unter den Namen „Wertverbesserung" bekannt, im Kaskofall nennt man den Vorteilsausgleich „Neu für Alt".

Ein echt kalkulierter Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten höher sind als der Wiederbeschaffungswert.

Wirtschaftlicher Totalschaden bedeutet, dass die Reparaturkosten abzüglich des Restwerts höher sind als der Fahrzeugwert.

Ein Technischer Totalschaden kommt dann zu tragen, wenn das Fahrzeug nicht mehr im vollen Umfang instand gesetzt werden kann.

Ein unechter Totalschaden liegt vor, wenn sich das Fahrzeug in Erstbesitz befindet, nicht älter als ein Monat ist und sich die Fahrleistung unterhalb 1000 km befindet. Bei dieser Totalschadenart ist eine Reparatur zwar möglich, dem Geschädigten aber nicht zuzumuten. Der Geschädigte kann die Kosten eines neuen Fahrzeug verlangen.

Bei der sogenannten 130%-Regel (Integritätsinteresse oder auch Opfergrenze genannt) geht es um den Rahmen für die Reparaturwürdigkeit eines Kraftfahrzeugs. Übersteigen die vorraussichtlichen Reparaturkosten inklusive eventueller Wertminderung den Wiederbeschaffungswert eines Fahrzeugs, liegt normalerweise ein wirtschaftlicher Totalschaden vor. Der Geschädigte soll durch die 130%-Regel die Möglichkeit erhalten, dass ihm vertraute Fahrzeug zu behalten, sofern der Schaden einen Betrag von maximal 30% über dem Wiederbeschaffungswert nicht überschreitet. Bei dieser Regel ist es notwendig, dass unfallbeschädigte Fahrzeug sach- und fachgerecht überwiegend nach Gutachten instand zusetzen. Die 130% Regel tritt in der Regel bei Haftpflichtschäden in Kraft.

Ein Kostenvoranschlag ist unverbindlich, und es wird nur der Fahrzeugschaden kalkuliert. Ein Gutachten dagegen ist eine rechtsbindende begründete Stellungnahme eines Sachkenners.

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